Schönstatt-Zentrum Dietsershausen

Alltag nicht alltäglich – WG auf Zeit

22.09.2017 – Eine Woche lang WohnGemeinschaft und WegGemeinschaft  im Alltag – ein Projekt der Schönstattbewegung Mädchen / Junge Frauen ( MJF), begleitet von Jugendreferentin Sr. M. Kerstin Ruh

„Was?? Wohnst du jetzt nicht mehr zu Hause?“

Wie oft musste ich in dieser Woche so eine Frage von irritierten Gesichtern beantworten. Nein, ich bin nicht von Zuhause ausgezogen, ich habe keine Streit mit meinen Eltern, wurde auch nicht adoptiert oder konnte meine Miete nicht bezahlen. Ich wohne mit der MJF Fulda für eine Woche im Schönstatt-Zentrum in Dietershausen in einer WG.

WG bedeutet Weggemeinschaft. Wir stehen morgens zusammen auf, frühstücken gemeinsam und beginnen unseren Tag mit einem Gebet im Kapellchen. Danach geht jede von uns ihrem normalen Alltag nach – konkret bedeutet das, dass einige mit dem Bus zur Schule fahren, andere gehen arbeiten oder zum Praktikum. Und mittags trudeln wir dann alle zu verschiedenen Uhrzeiten wieder in Dietershausen ein. Nachmittags machen wir verschiedene Projekte. Zum Beispiel haben wir unsere Küche aufgepimpt oder waren anders kreativ. An einem Abend haben wir den Gottesdienst im Kapellchen gestaltet, an einem anderen war unser Jugendpfarrer Alexander Best zu einem Gesprächsabend da. Ob Basteln, Film gucken oder einfach nur gemütlich Tee trinken und reden – bei uns war immer etwas los! Abends gab es immer ein Überraschungsmenü, welches von zweien von uns vorbereitet wurde. Außerdem stand die ganze Woche unter dem Motto „Würde des Menschen“. Wir hatten dazu täglich einen Auftrag zu erledigen und waren gefordert, Schönstatt in unseren Alltag mitzunehmen. In unserer Weggemeinschaft hat der Glaube eine viel tiefere Bedeutung im Alltag bekommen. Wir haben ganz konkret mit Gott den Tag begonnen und mit Gott den Tag beendet. Wir haben viel durch diese Woche gelernt: Gelernt, füreinander da zu sein, einander zuzuhören und über sich selbst hinauszuwachsen. Ich werde mich gerne an die wunderschönen 6 Tage erinnern, an das Singen morgens im Bus, an das Tanzen in der Küche und an die wertvollen Gespräche, an die Minuten, in denen wir uns vor Lachen nicht mehr halten konnten. Wir haben gelernt, das Heiligtum und das Liebesbündnis mit der Gottesmutter ganz konkret als Energiequelle zu nutzen, also als Ort, um zur Ruhe und zu uns selbst zu kommen. Ich werde euch sehr vermissen und freue mich schon auf die nächste WG!    

Lilli Zentgraf, MJF Fulda